Die Mitgliederversammlung hat am 26. März 2010 beschlossen dieses neue Projekt umzusetzen:
Ausbildungs- und Produktionszentrum in Léogâne in Haiti
Centre Catholique(1) de Formation et de Production à Léogâne (CCFPL)
Kurzbeschreibung des Projekts für den Wiederaufbau und die Entwicklung des Landes
Am 12. Januar 2010 ist die Hauptstadt von Haiti und seine Umgebung durch ein starkes Erdbeben zu etwa 70% zerstört worden. Am stärksten betroffen ist Léogâne, das etwa 35 km westlich von Port-au-Prince liegt und mit den umliegenden Dörfern 220 000 Einwohner hat. Allein in Léogâne sind etwa 25 000 Familien obdachlos.

zerstörtes Gebäude in Léogâne
(Foto: 24. Feb. 2010 - Franz Groll)
Léogâne ist wirtschaftlich stark von Port-au-Prince abhängig, hat nur wenige weiterführende Schulen und keine einzige berufliche Ausbildungsstätte. Wer eine Berufsausbildung anstrebte, war gezwungen, täglich in die Hauptstadt zu fahren. Nach dem Erdbeben ist auch das nicht mehr möglich, da alle beruflichen Ausbildungsstätten zerstört sind.
Der Verein Pro Haiti e.V. hat sich deshalb entschlossen, neben den bestehenden Projekten in Jérémie in Léogâne ein weiteres berufliches Ausbildungszentrum für Mechaniker und alle Bauberufe aufzubauen, mit Produktionsstätten für Hohlblocks, Fenster und Türen aus Holz und aus Stahl, sowie Tore und Gitter. Außerdem wird der Betonabraum von eingestürzten Häusern zur Wiederverwendung aufgearbeitet. Bei der Ausbildung der Maurer und Zimmerer werden Techniken im erdbebensicheren Bauen eine besondere Bedeutung haben. In einem Erweiterungsprojekt sollen Elementdecken (auch Filigran-Decken genannt) hergestellt werden, um Schalmaterial einzusparen, um so zu verhindern, dass das Land weiter abgeholzt wird.
Die Ausbildung der Jugendlichen erfolgt, nach einer Grundausbildung in den Lehrwerkstätten, überwiegend auf den Baustellen und in den Produktionseinrichtungen. Das CCFPL wird sowohl die Ausführung einzelner Gewerke, wie das Erstellen ganzer Gebäude übernehmen. Damit wird erreicht, dass die Jugendlichen eine praxisnahe Ausbildung erhalten und sehr früh beim Aufbau ihrer Heimat teilhaben können. Außerdem kann dadurch die in Haiti übliche Bezahlung von Schulgeld stark reduziert oder ganz vermieden werden. Dadurch können die Jugendlichen aller Bevölkerungsschichten in den Genuss einer guten Ausbildung kommen. Bei den körperlich weniger anstrengenden Berufen, wie Elektriker, Installateure und Schreiner sollen auch junge Frauen ausgebildet werden.
Die Kosten für das Gesamtprojekt liegen bei ca. 2,5 Mill. Euro (Stand Sommer 2010).
- Davon wird der Deutsche Caritasverband e.V.( Caritas International ) den allergrößten Anteil durch viele Spendengelder für Haiti finanzieren.
- Der Arbeitskreis „Eine Welt“ St. Georg Köln-Weiß e.V. beteiligt sich mit 40 000 €.
- Der Verein Pro-Haiti wird selber ca. 60 000 € für das Projekt aufbringen müssen.
Dabei hoffen wir auf weitere unterstützende Organisationen und auf viele kleine und größere Spender, so wie es jedem möglich ist. Auch Spenden von Unternehmen sind uns sehr willkommen, auch in Form von Sachspenden an Werkzeugen, Baumaschinen, Baufahrzeugen und Geräte für die Baustellen.

ausgesuchtes Baugrundstück für das Ausbildungs- und Produktionszentrum in Léogâne
(Foto: 24. Feb. 2010 - Franz Groll)
(1) Die einzigen stabilen und zuverlässigen Strukturen sind in Haiti bis heute nur kirchliche Organisationen. Daher wurde von Pro Haiti als Träger des Projektes die Erzdiözese Port-au-Prince ausgesucht. Sie stellt in der Pfarrgemeinde Rose de Lima von Léogâne für das Projekt ein Grundstück mit etwa 1 ha Größe zur Verfügung. Somit heisst das Projekt auch: "Centre Catholique de Formation et de Production à Léogâne" (CCFPL)